Goethe und das Geld


Goethe auf der Vorderseite des 20 Mark-Scheins der DDR

Die nächste Veranstaltung der Goethe-Gesellschaft findet am 14.05.2013 statt. Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken (Frankfurt a. M.) spricht dann über 'Goethe und das Geld'. Beginn ist wieder um 19:30 in der Landesbibliothek Oldenburg.

„O komm, du Heiligthum! Du Gott in der Schatulle! / Ein König ohne dich ist eine große Nulle.“ Sechzig Jahre nach dieser ‚Anrufung‘ des Geldes aus der Feder des  jungen Frankfurter Goethe spiegelt die  am Ende seines Lebens verfasste ‚Papiergeldszene‘ aus dem zweiten Teil des ‚Faust‘  die  lebenslange Erfahrung des Dichters mit öffentlichen Finanzierungsnöten in Versen, die aktueller kaum klingen könnten: „Die Goldespforten sind verrammelt / Ein jeder kratzt und scharrt und sammelt / Und unsere Kassen bleiben leer“. Die  Lösung der Liquiditätsprobleme durch die Maßnahme des ‚Gelddruckens‘ wird im Drama dann nicht zufällig als mephistophelische Erfindung präsentiert. 

Der Vortrag wird die vielfältigen Beziehungen nachzeichnen, die den großen Sohn der Finanzmetropole Frankfurt mit der Sphäre des Ökonomischen verbinden und ihn nicht nur als Dichter, sondern als Geschäftsmann, ‚Finanzminister‘ und Kenner der zeitgenössischen Wirtschaftstheorien vorstellen. 

Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken studierte Germanistik, Philosophie und Publizistik in Göttingen und Florenz.  Nach einer Promotion über die ‚Paralipomena‘ zu Goethes ‚Faust‘ bei Albrecht Schöne ging sie als wissenschaftliche Assistentin an das Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der LMU München. Nach der Habilitation folgte sie einem Ruf nach Frankfurt am Main und übernahm die Direktion des Goethe-Hauses mit dem angeschlossenen Forschungsinstitut (Freies Deutsches Hochstift).  Sie lehrt an der Goethe-Universität  und ist Vizepräsidentin der Goethe-Gesellschaft Weimar. Ihre hauptsächlichen Forschungsschwerpunkte sind  Goethe und die Goethezeit, Edition und Editionswissenschaft, Übersetzung und Medien der Literatur.