August Wilhelm Iffland: Menschendarstellung auf dem Theater der Goethezeit

Die nächste Veranstaltung der Goethe-Gesellschaft Oldenburg findet am Dienstag, dem 29.04., statt. Um 19:30 Uhr spricht Prof. Dr. Alexander Kosenina aus Hannover in der Landesbibliothek am Pferdemarkt über

*August Wilhelm Iffland: Menschendarstellung auf dem Theater der Goethezeit*

Die Goethe-Gesellschaft setzt damit ihre kleine Reihe über das Theater der Goethezeit fort. August Wilhelm Iffland (1759-1814) war mit mehr als sechzig eigenen Theaterstücken nicht nur einer der produktivsten Dramatiker der Goethezeit, sondern zählte auch zu den bekanntesten Schauspielern. In der Uraufführung der ‚Räuber‘ feierte er in Mannheim als Franz Moor seinen ersten großen Erfolg und spielte diese Rolle bis ins Alter, als er längst Direktor des Berliner Nationaltheaters war. Zugleich entwickelte er daran seine Konzeption naturwahrer Menschendarstellung auf der Bühne, die ach Goethe und Schiller in ihrer vorklassischen Periode teilten. „Der Dichter muß den Karakter schaffen, der Schauspieler aber den Menschen zum Karakter.“ So lautete das Credo seiner ‚Briefe über die Schauspielkunst, die im ‚Räuber‘-Jahr 1781 entstanden.

Anlässlich des 200. Todestages von Iffland soll in dem Vortrag diese Tradition eines psychologisch-realistischen Theaters, die selbst die Kritik des auf ästhetische Distanz bauenden Weimarer Programms überdauerte, entfaltet werden.