'Faust' und 'Ruinen von Athen'


Der nächste Vortrag der Goethe-Gesellschaft findet ausnahmsweise am Montag, 28.11.2016, um 19:30 Uhr im Karl Jaspers-Haus statt (Unter den Eichen 22):

Prof. Dr. Cord Berghahn (Braunschweig): Goethes ‚Faust’ und Beethovens ‚Ruinen von Athen’ bei Hofmansthal und Strauss

Hugo von Hofmannsthals und Richard Strauss' Adaptation von Beethovens Schauspielmusik "Die Ruinen von Athen" gehört zu den von der Musikgeschichte vergessenen Werken. Dabei ist das 1925 mit großem szenischen Aufwand an der Wiener Staatsoper uraufgeführte Werk ein hochinteressantes Seismogramm, das zeigt, wie beide Künstler auf die Erschütterungen des Ersten Weltkriegs reagierten. Ihr "Festspiel mit Tänzen und Chören" war als Remedium gegen die Beschädigungen dieses Krieges und als Abwehr der Moderne zugleich gedacht. In diesem ambitionierten Vorhaben waren Goethe und Beethoven die trigonometrischen Punkte, von denen aus die europäische Kultur neu vermessen werden sollte.

Der Braunschweiger Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Cord-Friedrich Berghahn wird die Genese der Hofmannsthal-Strauss'schen "Ruinen von Athen" anhand von Texten, Bildern und Musikbeispielen rekonstruieren und dabei auch die eigenwillige, gegenstrebige Moderne von Hofmannsthal und Strauss beleuchten.